Klimaschutz im Unternehmen

1. Die Klimaschutzstrategie

So wie viele Themen und Handlungsfelder im Unternehmen (zum Beispiel Personal, Produkt- und Prozessqualität, Vertrieb) gilt es auch, das Thema Klimaschutz zielorientiert und konsequent zu verfolgen. Natürlich dürfen Sie sich dem Thema auch mit ersten Einzelmaßnahmen nähern, aber auch diese sollten klug ausgewählt sein. Da ist der Schritt zu einer strategischen Betrachtung nicht mehr weit. Hierbei gilt es den aktuellen Stand der bisherigen Ideen, Umsetzungen und Pläne zusammenzutragen, um darauf aufbauend und unter Betrachtung der internen wie externen Rahmenbedingungen des Unternehmens eine Vision (Wo wollen wir hin?), eine Strategie (Welchen Weg wollen wir hierbei verfolgen?) und dazu passende kurz-, mittel- und langfristige Ziele zu definieren.

Dabei sind viele, auf Ihr Unternehmen fokussierte Fragen zu behandeln:

  • Wie erstelle ich für mein Unternehmen eine Treibhausgasbilanz?
  • Ist das Ziel einer klimaneutralen Wirtschaft auch für unser Unternehmen machbar? Wenn ja, wie?
  • Wo lässt sich der größte Handlungsdruck und wo lassen sich die größten Erfolgspotentiale identifizieren? In einer energieeffizienteren Produktion? In klimafreundlicheren und damit zukunftsfähigeren Produkten und Dienstleistungen?
  • Wobei lassen sich Mehrwerte und Synergien in anderen Handlungsfeldern wie Produktentwicklung und Instandhaltung durch geschickte Zielsetzungen beim Klimaschutz erzielen?
  • Wie lässt sich das Klimaschutzengagement auch gewinnbringend in die Kommunikation nach innen und außen einbinden?

Das mag sich kompliziert anhören, ist es aber gar nicht, wenn man erfahrene Klimaschutz-Experten hinzuzieht. Diese finden Sie auf unserer Klimalandkarte.

Im Internet gibt es zudem einige Tools, mit denen man erste Schritte zu einer Klimabilanzierung machen kann, z.B. ccf.energieagentur.nrw

 

Weitergehende Informationen können Sie auch hier einsehen:

2. Die Treibhausgasbilanz des Unternehmens (CCF – Corporate Carbon Footprint)

You can't manage what you don't measure!

Ermitteln Sie Ihre Verkaufserlöse? Erfassen Sie Kosten in Ihrem Unternehmen? Erstellen Sie einen Jahresabschluss? Diese Fragen werden Sie selbstverständlich mit „Ja“ beantworten können. Mit dem gleichen Selbstverständnis ist die Bedeutung der Treibhausgasbilanz einzustufen. Um bei Ihrem Klimaschutzengagement Erfolge messen, bewerten und darlegen zu können, verlangt es ein entsprechendes Bewertungsinstrument: die Treibhausgasbilanz. Diese ist das zentrale Steuerungsinstrument in Ihrem Klimaschutzmanagement und für Ihre Klimaschutzstrategie.

Hierbei wird nach einem internationalen Standard vorgegangen: dem sogenannten Greenhousegasprotokol. Es stuft die Emissionen nach unterschiedlicher Herkunft in sogenannte Scopes 1-3 ein.

Quelle: WWF, CDP: Vom Emissionsbericht zur Klimastrategie

Ihre unternehmenseigene Treibhausgasbilanz gibt Ihnen somit einen guten Überblick, um relevante Handlungsschwerpunkte identifizieren zu können. Eine erste, zumindest grobe/überschlägliche Klimabilanz stellt zudem die Basis für eine Wesentlichkeitsanalyse dar. Hierbei wird zunächst grob eingeschätzt, wo klimarelevante Handlungsfelder im Unternehmen bestehen oder zumindest vermutet werden. Damit soll vermieden werden, wichtige Bereiche außen vor zu lassen, andererseits aber auch, sich in Handlungsfelder zu engagieren, die unter Umständen keine große Relevanz für den unternehmensspezifischen Ausstoß von Treibhausgasen besitzen.

Wie die Grafik zeigt ist CO2 ein zentrales Treibhausgas, aber nicht das einzige, das betrachtet wird. Auch Gase wie sie zum Beispiel in Klimaanlagen vorkommen werden erfasst. Häufig entstehen hohe Emissionen in vorgelagerten und nachgelagerten Aktivitäten. Diese Treibhausgasemissionen zu ermitteln ist entsprechend aufwändig - eine exakte Erfassung ist z.T. schwierig bis unmöglich. Emissionen im eigenen Unternehmen sind meist leichter zu erfassen. Deshalb fängt man auch mit den Scopes 1 und 2 an und arbeitet sich nach und nach im Scope 3 durch die einzelnen Aktivitäten. Somit werden die Systemgrenzen der Bilanzierung nach und nach weiter ausgedehnt. Ausgehend von dieser Bilanz können nun zielgerichtet Reduktionsmaßnahmen entwickelt und umgesetzt werden. Dabei bestimmt das Unternehmen den Umfang und die Geschwindigkeit der Maßnahmenumsetzung selbst.

Der Aufwand für eine solche Klimabilanzierung hängt natürlich sehr stark von der Größe und der Kompliziertheit der Geschäftsprozesse und der Tiefe der Bilanzierung ab.

Weitere Hinweise finden Sie hier:

3. Klimaneutralität

Klimaneutralität – was bedeutet das und wie lässt sich ein solcher Ansatz erreichen?

2015 wurde auf der Weltklimakonferenz in Paris das Ziel vereinbart, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 °C, möglichst 1,5 °C im Vergleich zu vorindustriellen Levels zu halten. Um dieses weltweit geltende Ziel einzuhalten, muss die Staatengemeinschaft bis spätestens in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts klimaneutral agieren. Das heißt: Die Weltgemeinschaft darf nicht mehr Treibhausgase ausstoßen wie sie an anderer Stelle Treibhausgase wieder der Atmosphäre entzieht.

EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete hat im Rahmen der Weltklimakonferenz Ende 2018 in Kattowitz sogar eine Strategie vorgeschlagen, wie Europa als erste Volkswirtschaft der Welt schon bis 2050 klimaneutral wird. Dieser stetig wachsende Anspruch wird auch an die Privatwirtschaft gestellt und lässt sich durchaus auch erreichen:durch ständige Reduktion von Emissionen und parallel durch Kompensationsleistungen für zu diesem Zeitpunkt nicht vermeidbare Emissionen. Hierzu werden die nicht vermiedenen Emissionen in zuvor definierten Systemgrenzen transparent erfasst und durch Unterstützung entsprechender Klimaschutzprojekte an andere Stelle eingespart. Das ist durchaus zulässig, da der Klimawandel ein globales Problem darstellt und somit auch global gelöst werden muss, d. h. wo die Emissionen gespart werden ist letztendlich nicht relevant.

Die Klimaschutzprojekte unterscheiden sich sehr in ihrem Anspruch und in ihrer Qualität. Daher wurden Qualitätssiegel und Zertifizierungssysteme eingeführt, die entsprechende Anforderungen sicherstellen. Einen sehr guten Überblick zu den unterschiedlichen Qualitätsstandards bietet die unten aufgeführte Publikation „Freiwillige CO2-Kompensation durch Klimaschutzprojekte. Einbesonders hoher und anerkannter Qualitätsstandard ist hierbei der Gold Standard, der vom WWF und anderen Umweltverbänden entwickelt wurde, in Verbindung mit CER-Projekten (Certify Emission Reduction).

Laut WWF stellt auch die Kombination von Climate, Community und Biodiversity Standard und dem VCS AFOLU Standard eine gute Qualität sicher, wenn es um gute Projekte zur Walderhaltung, Aufforstung und Wiederaufforstung, verbesserte landwirtschaftliche Nutzung oder Erhalt von Torfmooren gehen soll. Bei der Auswahl der Klimaschutzprojekte sollen auch individuelle Aspekte des Unternehmens Berücksichtigung finden, in dem zum Beispiel Projekte aus dem Zulieferland oder Technologien, die im eigenen Geschäftsprozess eine Rolle spielen, unterstützt werden.

Die Klimaneutralität wird nach Erwerb der Projektanteile durch den Projektierer oder Händler abschließend durch eine Urkunde bestätigt.

Der Titel „Klimaneutralität“ stellt ein außerordentliches Alleinstellungsmerkmal dar und lässt sich deshalb positiv für die Kommunikation nach außen und innen nutzen!

Anbieter von Kompensationsprojekten zum CO2-Ausgleich finden Sie auf unserer Klimalandkarte.


Weitere Informationen: